DER “PLANTCUBE” VON AGRILUTION: EINE VISION, DIE NUN (AUCH) MIELE GEHÖRT

Bereits im Dezember 2018 berichteten wir vom neuartigen „Plantcube“ von agrilution: ein eleganter Saatschrank für die eigene Küche, in der Kräuter und Pflanzen unter technisch optimalen Bedingungen gezüchtet und für eine gesunde Ernährung eingesetzt werden können. Mittlerweile gehört das Start-Up zum Großkonzern Miele und wird vielfach in renommierten Studios angeboten. Was hat sich seitdem entwickelt – und was ist aus der Vision der Gründer geworden?

Der Hochsommer hat Europa fest im Griff. Während das Thermometer schon in den Morgenstunden des anbrechenden Tages auf respektable Höhen klettert und sich die Menschen an Seen und Küste Abkühlung verschaffen, ächzen die heimischen Balkonpflanzen unter der drückenden Wärme des Tages. Und so manches Kräutergewächs, das unter den ersten warmen Sonnenstrahlen noch beachtlich in die Höhe geschossen ist, lässt abends unwiederbringlich das Köpfchen hängen. Sommer, das ist Freud und Leid der Pflanzenwelt zugleich – und des ambitionierten Hobbygärtners.

Sommer ist, wenn Balkon- und Gartenkräuter eigentlich sprießen sollten und dann aufgrund der Hitze eingehen… der “Plantcube” von agrilution schafft Abhilfe – mit der perfekten Raumumgebung. (Foto: agrilution)

GRÜNDUNG VON AGRILUTION: GESUNDE ERNÄHRUNG DIREKT AN DER EIGENEN HAUSTÜR

Nun muss man kein Experte sein, um in den eigenen vier Wänden Kräuter und Pflanzen zum Kochen heranzuzüchten, allein: die perfekten Anforderungen an nährstoffreiches Pflanzenwachstum, von der optimalen Menge an Lichteinstrahlung bis zur kontinuierlichen Bewässerung des durstigen Saatguts, hat man schwerlich selbst in der Hand. Andere hingegen schon.

Der „Plantcube“ von agrilution war noch vor wenigen Jahren ein Neuling in der Pflanzenszene; in der Küchenbranche sowieso. Die Gründer des Start-Ups, Maximilian Lössl und Philipp Wagner, hatten allerdings bei Gründung des Unternehmens 2013 weniger das dahinsiechende Basilikumtöpfchen auf der WG-Fensterbank im Blick, als vielmehr das Vorantreiben gesunder Ernährung auf nachhaltige und regionale Weise im urbanem Raum. Und zwar in großem Stil. Alles klar?

Der “Plantcube” und seine Vision: gesunde Ernährung frei von langen Transportwegen und Pestiziden, direkt in den eigenen vier Wänden. In der Realität trifft Vision auf Luxusprodukt. (Foto: agrilution)

KURZÜBERBLICK: SO FUNKTIONIERT DER „PLANTCUBE“ VON AGRILUTION

Der „Plantcube“ von agrilution ist gewissermaßen ein Pflanzenkühlschrank, in dem zu jeder Jahres- und Tageszeit optimale Bedingungen für die Aufzucht von Kräutern, Pflanzen und Microgreens auf präparierten Saatmatten herrscht. Gezogen werden können beispielsweise Kresse, Grünkohl, Wilder Rucola, Pak Choi und Thai Basilikum. Feinjustierte Sensoren passen die Temperaturen im Inneren des „Plantcubes“ automatisch auf das jeweilige Wachstumsstadium an, regulieren die Feuchtigkeitssteuerung und sorgen mit einer dynamischen Klimaverteilung für ein homogenes Milieu zwischen Wasser, Luft und Pflanze. Kontrolliert werden kann das Ganze bequem auf der zugehörigen Smartphone-App.

Das implementierte hypodronische System arbeitet mit einem Wasserkreislauf, der den Verbrauch in der bis zu 12 x täglich erfolgenden, automatisierten Bewässerung auf ein Minimum senkt und die Pflanzen mit allen Nährstoffen versorgt, die sie benötigen. Hierfür kann auf Erde verzichtet werden, da sich die Kräuter aus einem entsprechenden Substrat und einer Nährstofflösung im Wasser alle Mineralien ziehen. Anders als in der Erde müssen Nährstoffe nicht erst herausgefiltert werden – das erspart der Pflanze einen großen Kraftakt und beschleunigt damit auch das Heranwachsen. Außerdem eignet es sich hervorragend für das sogenannte „vertical farming“, den vertikalen Anbau benötigter Kräuter und Pflanzen.

Mithilfe von präparierten Saatmatten wachsen im “Plantcube” Salate, Kräuter und Microgreens unter technisch perfekten Bedingungen heran – beispielsweise dem optimalen Lichteinfall oder der regelmäßigen Bewässerung. (Foto: agrilution)

VERTICAL FARMING IM „PLANTCUBE“ VON AGRILUTION: EIN HERZENSPROJEKT

Dass die Idee des „vertical farming“ den Treibstoff zur Gründung des Start-Ups agrilution bildete, ist schon länger bekannt. Mittlerweile lässt das junge Münchner Unternehmen ein wenig tiefer blicken über die hausgemachte Unternehmensstory. Einer der beiden Geschäftsführer, Maximilian Lössl, erzählt – und diese Gründergeschichte hätte man sich schöner nicht ausdenken können, auch wenn sie großen Respekt verdient – dass er in China aufgewachsen sei, an der Seite einer Mutter, die als Entwicklungshelferin stets versucht habe, den Armen der Armen zu mehr Ertrag und Nahrung zu verhelfen. Der brachiale Gegensatz aus Hunger und Elend auf der einen Seite und dem eigenem, wohlbehüteten Aufwachsen habe ihn schließlich bewogen, selbst etwas gegen Klimakrise, Umweltprobleme und Mangelernährung zu unternehmen.

Lössl beschäftigt sich tiefergehend mit dem Thema „vertical farming“, studiert etwas in diese Richtung, will aber mehr. Gesunde, pestizidfreie Ernährung ohne lange Transportwege; randvoll mit Nährstoffen, vom Feld auf den Tisch: so etwas soll auch in den wachsenden Großstädten des Landes gang und gäbe werden. Mit dieser Einstellung greift Lössl gleich mehrere Ernährungstrends der westlichen Welt auf. Und gründet mit Freund Philipp Wagner, einem Mechatroniker und Wirtschaftsingenieur, das Start-Up agrilution, das eine urbane Lösung zur regionalen Kultivierung von Landwirtschaft beitragen will. Der „Plantcube“ wird entworfen und stößt auf Begeisterung in der Küchenbranche.

Maximilian Lössl und Philipp Wagner verfolgen mit dem “Plantcube” ein Herzensprojekt. Nun ist Großinvestor Miele eingestiegen und vermarktet das “vertical farming” im großen Stil in der Branche. (Foto: agrilution)

AGRILUTION GEHÖRT NUN ZUR MIELE-FAMILIE: EIN VERSPRECHEN AN GENUSS UND NACHHALTIGKEIT

Seit Dezember 2019 gehört der „Plantcube“ von agrilution zum großen deutschen Familienkonzern Miele. Die Gründe mögen vielfältig sein: das ungeheure Potential des „Plantcubes“ ist es, weitaus mehr als ein ästhetisch designtes Kücheninstrument zu sein, in dem frische Salate und Kräuter darauf warten, vom geneigten Hobbykoch/Sportler/Foodie in nährstoffreiche Gerichte, Smoothies und Bowls verwandelt zu werden. Dieses spielerische Element, dem ein gewisser Luxus anhaftet, nämlich sich für 4,81 € Basilikum zu züchten, den es für die Hälfte des Preises in jedem lokalen Supermarkt um die Ecke zu kaufen gibt; all das mag ein aufmerksamkeitserregendes Gimmick in der ewig gleichen Frage nach Neuheiten der Küchenbranche sein, den Miele bedient.

Zugleich ist es aber ein Versprechen; ein Versprechen an Nachhaltigkeit, Genuss und die Weiterentwicklung der bisher gekannten Landwirtschaft. Das hypodronische System des Plantcubes verbraucht trotz konstanter Bewässerung gerade einmal 120 Liter Wasser pro Jahr – zum Vergleich: der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Kopf in Deutschland liegt bei 130 Litern pro Tag. Auch das vom Münchner Licht- und Leuchtmittelkonzern OSRAM entwickelte „4-Kanal OSRAM LED Plant Light“ ist ein ausgeklügelter Treibstoff aus dem richtigen Lichtfarbstoff für Pflanzen, der ohne zusätzliche Wärme einen 16-stündigen Tageszyklus höchst energiesparend begleitet.

Miele möchte das Versprechen von mehr Nachhaltigkeit und Regionalität einhalten. Das Gerät ist wasser- und stromsparend und wird mit optimalem Wachstumslicht von OSRAM beleuchtet. Doch natürlich lockt auch der Gedanke einer Weltneuheit in der Küche. (Foto: agrilution u. Gernot Trettenbrein von Miele)

WARUM DER „PLANTCUBE“ VON AGRILUTION UND NICHT EINFACH EIN KRÄUTERBEET IM GARTEN?

Die perfekte Zuchtumgebung des „Plantcubes“ von agrilution führt zu einem dreifach beschleunigten Pflanzenwachstum, einem 30-fach höheren Nährstoffgehalt und einer „Ernte“, die nur dann erfolgt, wenn die Microgreens und Kräuter auch benötigt werden – sprich: man geht damit gegen Lebensmittelverschwendung vor und hält zu bewusstem Konsum an. Sicher stecken all diese Bestrebungen heute noch in den Kinderschuhen; sicher ist der „Plantcube“ von agrilution nurmehr Spielzeug konsumfreudiger Premiumküchenkunden. Aber die Vision ist da.

Die vielversprechenden Pflanzenkühlschränke bieten ein attraktives Forschungsfeld für die Zukunft, in der der vertikale Pflanzenanbau die sich erschöpfenden Ressourcen der Erde ersetzen und auch ärmeren Ländern Zugang zu nahrhaften Nährstoffen verschaffen kann. Für Maximilian Lössl wäre es sein Anteil gegen die Ungerechtigkeit der Welt, die er als Kind erfahren hat.

Ein 30-fach höherer Nährstoffgehalt soll der “Plantcube” den darin gezüchteten Kräutern bescheren. Die Vision eines dauerhaften Ernährungskonzepts in größerem Stil ist zum Greifen nah. (Foto: agrilution)

WAS HAT SICH GETAN BEIM „PLANTCUBE“ VON AGRILUTION?

Die Welt von agrilution hat sich seit unserem letzten Bericht aus dem Winter 2018 vervielfacht. Für den Kunden ist zwar vieles beim Alten geblieben: nach wie vor gibt es den Plantcube in zweierlei ästhetischem Design (aus mattem, eloxiertem Aluminium und pulverbeschichtetem Stahl in den Farben Schwarz und Weiß); nach wie vor kann man aus 24 verschiedenen Saatmatten seinen Favoriten wählen. Die Auswahl ist aber ungleich aufregender geworden, in dem sich einige exotische Mixsorten und ungewöhnliche Kräuter dazugesellt haben.

Der „BBQ Salat“ ist eine wilde Ansammlung verschiedener Salatarten; die „Buddha Bowl“ ein ungewöhnlicher Mix aus Pak Choi, Tatsoi, Wasabina und Mizuna. Wer lieber klassisch genießt, greift auf die neue Radieschenkresse zurück, auf Romanasalat oder „bunten Senf“. Durch die direkte Verwendung ohne zwischengeschalteten Transportweg verspricht agrilution einen intensiveren Geschmack als bei herkömmlichen Salaten und Kräutern sowie eine hohe Nährstoffdichte direkt aus dem Kühlschrank.

Buddha Bowl und Tatsoi Salat: nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch im Sternerestaurant soll der “Plantcube” künftig zum Einsatz kommen. Die Zahl der Kooperationspartner steigt. (Foto: agrilution)

KOOPERATIONEN DES „PLANTCUBE“ MIT KÖCHEN, KÜCHENHERSTELLERN UND -HÄNDLERN

„Auf den Geschmack gekommen“ sind, mutmaßlich auch vorangetrieben durch die Marktmacht des Weltkonzerns Miele, diverse Kooperationspartner der Küchenbranche – vom Sternekoch bis zum Industriehersteller. Bobby Bräuer, mit zwei Michelinsternen bedachter Chefkoch des „EssZimmer by Käfer in der BMW-Welt“, lobt den Plantcube von agrilution als „eine der schönsten Innovationen der letzten Zeit.“ Die Wirtschaftswoche titelt „Salat nach dem Nespresso-Prinzip“ und spielt damit auf die austauschbaren Saatmatten an, die nach Geschmack beliebig bestellt werden können. Und Benjamin Maerz, Sternekoch des gleichnamigen Restaurants im baden-württembergischen Bietigheim-Bissingen, ist sogar mit folgendem Statement vertreten: „Die Qualität in Geschmack und Optik der Kräuter, Salate oder Microgreens, die im Plantcube haben wachsen dürfen, ist einfach unvergleichbar.“

Nahezu alle namhaften Küchenhersteller werden als Partner des „Plantcubes“ gelistet und lassen den „Plantcube“ in ausgewählten Showräumen ausstellen. Mit dabei sind LEICHT, bulthaup, SieMatic, Schüller, next125, Poggenpohl und ALNO.

Nicht nur Küchenhersteller, sondern auch deren unabhängige Händler haben den “Plantcube” für sich entdeckt: in zahlreichen Studios in ganz Deutschland kann das Gerät bereits besichtigt und getestet werden. (Foto: agrilution)

FAZIT ZUR ENTWICKLUNG DES „PLANTCUBE“ VON AGRILUTION

Mit dem „Plantcube“ ist agrilution zwar noch weit weg von seiner Vision einer besseren Welt, in der wirksam gegen Nahrungsmittelverschwendung angegangen wird oder genug zu essen da ist für die Ärmsten der Armen. Der hohe Anschaffungspreis des Pflanzenkühlschranks von 2.979,- € und die der einzelnen Saatmatten (ca. 4,81 € pro Matte), die relativ lange Aufzucht (2-3 Wochen) im Verhältnis zum schnell abgeernteten „Feld“ und die Steuerung über ein weiteres Luxusprodukt, nämlich das Smartphone, lassen das Gerät nach wie vor nur in Kreisen zirkulieren, für die eine solche Anschaffung Spielerei und gutes Gewissen ist.

Und doch: mit jedem investierten Euro wächst die Hoffnung auf ein umfassendes Konzept, das auf dem jetzigen „Plantcube“ basiert und der Forschung zu nachhaltigen Ernährungskonzepten dient. Weil sich zwei junge Männer nicht gescheut haben, eingefahrene Muster zu hinterfragen und Strukturen aufzubrechen, zu tüfteln und zu entwickeln. Und weil die Industrie das anerkennend ebenfalls vorantreibt. Wir blicken gespannt auf die Zukunft.

Ein erster Schnitt, pardon, Schritt in die richtige Richtung. Es bleibt abzuwarten, ob sich das Konzept künftig stärker auf einen regionalen Ernährungskompass anwenden lässt. (Foto: agrilution)

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Björn Maage

Geschäftsführer

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